Ohrenschmerzen (Otalgie) und Mittelohrentzündung (Otitis media)
Ohrenschmerzen entstehen häufig durch eine Entzündung im Mittelohr, oft im Anschluss an einen Infekt der oberen Atemwege. Typisch sind Druck, pochende Schmerzen, ein dumpfes Hören und manchmal Fieber. Läuft Flüssigkeit aus dem Ohr, kann das Trommelfell eingerissen sein.
Schmerzen im Ohr können auch von außerhalb des Ohres kommen, etwa von den Zähnen, dem Kiefergelenk, den Mandeln oder der Halswirbelsäule. Deshalb wird bei der Untersuchung immer der gesamte HNO-Bereich beurteilt.
Hörminderung und plötzlicher Hörverlust (Hörsturz)
Eine Hörminderung kann sich langsam entwickeln oder plötzlich auftreten. Ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust ohne erkennbaren äußeren Grund wird als Hörsturz bezeichnet; häufig kommen ein Druckgefühl, Ohrgeräusche oder Schwindel dazu.
Ein plötzlicher Hörverlust sollte innerhalb von Tagen untersucht werden, nicht erst nach Wochen. Bei der Untersuchung wird unterschieden, ob die Ursache im äußeren Gehörgang, im Mittelohr oder im Innenohr liegt.
Ohrgeräusche (Tinnitus)
Bei Ohrgeräuschen werden Gehörgang und Trommelfell beurteilt; ein Hörtest ist immer Teil der Abklärung, weil Tinnitus häufig mit einer Hörminderung zusammenhängt. Ergänzend werden Blutdruck, Medikamente, Lärmbelastung, Kiefergelenk und Nackenmuskulatur besprochen.
Bei einseitigem, pulsierendem oder plötzlich aufgetretenem Tinnitus sowie bei begleitendem Hörverlust erfolgt gegebenenfalls eine Zuweisung zu weiterführender Diagnostik. Die Ordination sagt nicht zu, Tinnitus zu beseitigen; Ziel sind Abklärung der Ursache und eine sachliche Beratung zum weiteren Vorgehen.
Verstopftes Ohr, Ohrenschmalz (Cerumen) und Druckgefühl
Ein verstopftes Ohr entsteht häufig durch Ohrenschmalz, nach dem Schwimmen oder durch eine gestörte Belüftung über die Ohrtrompete, etwa bei Schnupfen, Allergie oder nach Flugreisen. Das Ohr fühlt sich dumpf an, das eigene Sprechen klingt lauter.
Ohrenschmalz wird unter Sicht mit dem Ohrmikroskop entfernt, je nach Befund mit Absaugung, Häkchen oder Spülung. Wattestäbchen schieben Ohrenschmalz eher tiefer in den Gehörgang und können die Haut verletzen.
Gehörgangsentzündung (Otitis externa), Schwimmerohr
Eine Entzündung des äußeren Gehörgangs verursacht Juckreiz, Schmerzen bei Berührung der Ohrmuschel und eine Schwellung des Gehörgangs. Feuchtigkeit nach dem Schwimmen, Reinigungsversuche mit Wattestäbchen und Hauterkrankungen begünstigen sie.
Behandelt wird nach Befund, meist mit Reinigung des Gehörgangs unter Sicht und örtlich wirksamen Präparaten. Bei Diabetes, Immunschwäche oder starken Schmerzen ist eine engmaschige Kontrolle wichtig.