Mögliche Beschwerden
Schwindel wird sehr unterschiedlich beschrieben. Manche Patientinnen und Patienten berichten von kurzen, heftigen Drehattacken bei Lagewechsel, andere von anhaltender Unsicherheit über Stunden oder Tage.
- Drehschwindel oder Schwankschwindel, oft anfallsartig
- Unsicherheit beim Gehen, Gangunsicherheit im Dunkeln
- Übelkeit, Erbrechen oder Schweißausbruch während einer Attacke
- Begleitend Hörminderung, Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Druckgefühl im Ohr
- Von Angehörigen bemerkte Augenzuckungen (Nystagmus) während einer Attacke
Wann eine HNO-ärztliche Abklärung sinnvoll ist
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Schwindel wiederholt auftritt, länger anhält, mit Hörveränderungen oder Ohrgeräuschen einhergeht oder den Alltag einschränkt. Auch nach einer Mittelohrentzündung oder einem Infekt kann eine Untersuchung des Ohres angezeigt sein.
Wichtig: Bei plötzlichem, starkem Schwindel gemeinsam mit Sprachstörung, Lähmung, Sehstörung, Bewusstseinsstörung, starken Kopfschmerzen oder Doppelbildern handelt es sich um einen Notfall. Wählen Sie in diesem Fall bitte sofort 144.
Ablauf der Untersuchung in der Ordination
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch zur Art, Dauer und den Auslösern des Schwindels sowie zu Vorerkrankungen und Medikamenten. Danach folgt eine HNO-Untersuchung inklusive Beurteilung von Ohr, Nase und Rachen.
Je nach Beschwerdebild kommen orientierende Gleichgewichts- und Augenbewegungstests, Lagerungsprüfungen sowie ein Hörtest zum Einsatz. Ergibt sich der Verdacht auf eine Ursache außerhalb des Ohres, erfolgt eine Zuweisung zu weiterführender Diagnostik, etwa in der Neurologie oder Bildgebung.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der festgestellten Ursache. Bei bestimmten Formen des Lagerungsschwindels können Repositionsmanöver eingesetzt werden. Bei entzündlichen oder anderen Innenohrursachen kommen medikamentöse Therapien in Betracht.
Ergänzend kann Gleichgewichtstraining oder Physiotherapie empfohlen werden. Ob und welche Maßnahme im Einzelfall geeignet ist, wird individuell besprochen; ein bestimmter Behandlungserfolg kann nicht zugesagt werden.