Vergrößerte Mandeln (Tonsillen) beim Kind: Diagnose & Behandlung beim HNO-Arzt in Wien

Die Gaumenmandeln (Tonsillen) gehören zum Immunsystem und sind im Kindesalter natürlicherweise groß. Zwei Fragen führen Eltern in die Ordination: sehr häufige Mandelentzündungen und Mandeln, die so groß sind, dass sie Atmung oder Schlucken behindern. Beide Situationen werden unterschiedlich beurteilt.

Wie oft ist zu oft? Wiederkehrende Mandelentzündung beim Kind

Nicht jede Halsentzündung ist eine bakterielle Mandelentzündung (Tonsillitis); viele Verläufe sind viral und heilen ohne Antibiotikum aus. Für die Beurteilung zählen dokumentierte Episoden mit Fieber, Belägen und ärztlicher Untersuchung, nicht jeder Halsschmerz.

Als Anhaltspunkt dient die Zahl ärztlich dokumentierter Episoden in zwölf Monaten: Bei weniger als drei Episoden wird beobachtet. Bei drei bis fünf Episoden pro Jahr kann eine Mandelentfernung besprochen werden, wenn dieses Muster über mehr als ein Jahr anhält. Ab sechs Episoden in zwölf Monaten wird sie häufig empfohlen. Entscheidend bleibt der Gesamtverlauf, etwa Schulfehltage oder wiederholte Antibiotikatherapien.

  • Fieber, Halsschmerzen, Beläge auf den Mandeln
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals, Schluckbeschwerden
  • Wiederholte Antibiotikatherapien, häufige Fehltage
  • Bei Kindern unter drei Jahren immer ärztliche Abklärung

Mandelverkleinerung oder Mandelentfernung?

Stehen sehr große Mandeln mit behinderter Atmung, Schnarchen oder Schluckproblemen im Vordergrund, kommt meist die Mandelverkleinerung (Tonsillotomie) in Betracht: Es wird nur der überstehende Anteil abgetragen, das Nachblutungsrisiko ist geringer als bei der vollständigen Entfernung.

Stehen dagegen sehr häufige, ärztlich dokumentierte Entzündungen im Vordergrund, wird die vollständige Mandelentfernung (Tonsillektomie) geprüft. Beide Eingriffe erfolgen in einer Klinik in Vollnarkose; welcher Weg im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Befund ab und wird ohne Zusage eines bestimmten Ergebnisses besprochen.

Was passiert in der Ordination?

Untersucht werden Mund, Rachen, Nase und Ohren; bei nächtlichen Beschwerden werden zusätzlich die Polypen (Adenoide) beurteilt, weil sie oft mitbeteiligt sind. Bei Bedarf erfolgen Abstrich, Hörtest oder eine Zuweisung.

Anschließend bespreche ich mit den Eltern, ob Beobachtung, konservative Behandlung oder eine Vorstellung in der Klinik der nächste Schritt ist.

Termin in der Ordination vereinbaren

Ordination in 1020 Wien, Praterstraße 27. Termine nach Vereinbarung – online oder telefonisch.

Bei akuten Notfällen wählen Sie bitte 144. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Häufige Fragen

Schwächt eine Mandelentfernung das Immunsystem?

Die Abwehr wird von vielen weiteren lymphatischen Geweben getragen. Nach heutigem Wissensstand ist keine relevante dauerhafte Immunschwäche zu erwarten; die Indikation wird trotzdem streng gestellt.

Muss mein Kind bei jeder Mandelentzündung ein Antibiotikum bekommen?

Nein. Ein Antibiotikum wird nur bei entsprechendem klinischem Befund erwogen, häufig gestützt auf Untersuchung und gegebenenfalls Abstrich.

Wie lange dauert die Erholung nach dem Eingriff?

Nach einer Tonsillotomie sind es meist wenige Tage, nach einer Tonsillektomie deutlich länger, mit Nachblutungsrisiko über etwa zwei Wochen. Die genauen Vorgaben macht die operierende Klinik.