Paukenerguss (Wasser im Ohr) beim Kind: Diagnose & Behandlung beim HNO-Arzt in Wien

Beim Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell im Mittelohr. Eltern sagen dazu meist „Wasser im Ohr“, medizinisch heißt es Serotympanon oder Mukotympanon. Der Erguss entsteht oft nach einem Infekt oder wenn die Belüftung des Mittelohrs über die Ohrtrompete gestört ist, häufig durch vergrößerte Polypen (Adenoide).

Woran erkenne ich einen Paukenerguss bei meinem Kind?

Ein Paukenerguss tut meist nicht weh. Auffällig ist eher, dass das Kind schlechter hört: Es fragt häufig nach, dreht den Fernseher lauter, reagiert nicht beim ersten Rufen oder wirkt in der Gruppe unaufmerksam.

Bei kleineren Kindern können verzögerte Sprachentwicklung, Druckgefühl im Ohr, Unruhe im Schlaf oder wiederkehrende Mittelohrentzündungen Hinweise sein. Die Beschwerden können über Wochen bestehen, ohne dass Fieber auftritt.

  • Schlechteres Hören, häufiges Nachfragen, lauter Fernseher
  • Verzögerte oder undeutliche Sprachentwicklung
  • Druckgefühl, Knacken oder „verstopftes“ Ohr
  • Wiederkehrende Mittelohrentzündungen (Otitis media)

Wann muss mein Kind damit zum HNO-Arzt?

Sinnvoll ist eine Untersuchung, wenn die Hörminderung länger als etwa vier bis sechs Wochen besteht, wenn sie wiederholt auftritt oder wenn die Sprachentwicklung betroffen sein könnte. Auch nach mehreren Mittelohrentzündungen in kurzer Zeit ist eine Kontrolle angezeigt.

In der Ordination beurteile ich das Trommelfell mit der Ohrmikroskopie, messe die Beweglichkeit des Trommelfells mit der Tympanometrie und führe einen altersgerechten Hörtest durch. Bei starken Ohrenschmerzen mit hohem Fieber, Schwellung hinter dem Ohr oder plötzlicher Bewusstseinsveränderung ist sofortige Versorgung nötig – im Notfall 144.

Wie wird ein Paukenerguss behandelt?

Viele Ergüsse bilden sich innerhalb einiger Wochen von selbst zurück. In dieser Zeit wird der Befund kontrolliert, das Gehör überprüft und die Ursache behandelt, etwa eine behinderte Nasenatmung oder eine Allergie; Nasenspülungen mit Salzlösung sind dabei üblich. Für abschwellende Nasensprays, Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays ist beim reinen Paukenerguss kein anhaltender Nutzen belegt, und ein Antibiotikum ist ohne akute Entzündung in der Regel nicht angezeigt.

Bleibt die Flüssigkeit über Monate bestehen und hört das Kind messbar schlechter, wird ein Trommelfellschnitt (Parazentese) mit Einsetzen von Paukenröhrchen (Paukendrainage) besprochen, oft gemeinsam mit der Entfernung der Polypen (Adenoide). Diese Eingriffe erfolgen in einer Klinik; ob sie im Einzelfall sinnvoll sind, wird nach Befund entschieden.

Termin in der Ordination vereinbaren

Ordination in 1020 Wien, Praterstraße 27. Termine nach Vereinbarung – online oder telefonisch.

Bei akuten Notfällen wählen Sie bitte 144. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Häufige Fragen

Hat mein Kind Schmerzen bei einem Paukenerguss?

Meist nicht. Der Erguss verläuft häufig schmerzlos und fällt vor allem durch schlechteres Hören auf. Schmerzen treten eher bei einer akuten Mittelohrentzündung auf.

Wie lange kann man mit einem Paukenerguss zuwarten?

Kontrolliertes Zuwarten über einige Wochen ist üblich, weil sich viele Ergüsse von selbst zurückbilden. Zur Untersuchung sollte das Kind kommen, wenn das Hören länger als etwa vier bis sechs Wochen schlechter ist; besteht der Erguss mit messbarer Hörminderung etwa drei Monate, wird das weitere Vorgehen einschließlich Paukenröhrchen neu beurteilt.

Darf mein Kind mit Paukenröhrchen baden?

Das hängt vom Befund und von den Vorgaben der operierenden Klinik ab. Besprechen Sie Baden, Tauchen und Ohrenschutz bitte bei der Nachkontrolle.