Woran erkenne ich einen Paukenerguss bei meinem Kind?
Ein Paukenerguss tut meist nicht weh. Auffällig ist eher, dass das Kind schlechter hört: Es fragt häufig nach, dreht den Fernseher lauter, reagiert nicht beim ersten Rufen oder wirkt in der Gruppe unaufmerksam.
Bei kleineren Kindern können verzögerte Sprachentwicklung, Druckgefühl im Ohr, Unruhe im Schlaf oder wiederkehrende Mittelohrentzündungen Hinweise sein. Die Beschwerden können über Wochen bestehen, ohne dass Fieber auftritt.
- Schlechteres Hören, häufiges Nachfragen, lauter Fernseher
- Verzögerte oder undeutliche Sprachentwicklung
- Druckgefühl, Knacken oder „verstopftes“ Ohr
- Wiederkehrende Mittelohrentzündungen (Otitis media)
Wann muss mein Kind damit zum HNO-Arzt?
Sinnvoll ist eine Untersuchung, wenn die Hörminderung länger als etwa vier bis sechs Wochen besteht, wenn sie wiederholt auftritt oder wenn die Sprachentwicklung betroffen sein könnte. Auch nach mehreren Mittelohrentzündungen in kurzer Zeit ist eine Kontrolle angezeigt.
In der Ordination beurteile ich das Trommelfell mit der Ohrmikroskopie, messe die Beweglichkeit des Trommelfells mit der Tympanometrie und führe einen altersgerechten Hörtest durch. Bei starken Ohrenschmerzen mit hohem Fieber, Schwellung hinter dem Ohr oder plötzlicher Bewusstseinsveränderung ist sofortige Versorgung nötig – im Notfall 144.
Wie wird ein Paukenerguss behandelt?
Viele Ergüsse bilden sich innerhalb einiger Wochen von selbst zurück. In dieser Zeit wird der Befund kontrolliert, das Gehör überprüft und die Ursache behandelt, etwa eine behinderte Nasenatmung oder eine Allergie; Nasenspülungen mit Salzlösung sind dabei üblich. Für abschwellende Nasensprays, Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays ist beim reinen Paukenerguss kein anhaltender Nutzen belegt, und ein Antibiotikum ist ohne akute Entzündung in der Regel nicht angezeigt.
Bleibt die Flüssigkeit über Monate bestehen und hört das Kind messbar schlechter, wird ein Trommelfellschnitt (Parazentese) mit Einsetzen von Paukenröhrchen (Paukendrainage) besprochen, oft gemeinsam mit der Entfernung der Polypen (Adenoide). Diese Eingriffe erfolgen in einer Klinik; ob sie im Einzelfall sinnvoll sind, wird nach Befund entschieden.