Mittelohrentzündung (Otitis media) bei Kindern und Erwachsenen: Diagnose & Behandlung beim HNO-Arzt in Wien

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine der häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen, besonders bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen. Sie entsteht meist im Anschluss an einen Schnupfen, wenn die Ohrtrompete zuschwillt und sich hinter dem Trommelfell Sekret ansammelt. In der Ordination werden Trommelfell und Gehör untersucht, um die Entzündung von anderen Ursachen der Beschwerden zu unterscheiden.

Welche Beschwerden sind typisch?

  • Pochende oder stechende Ohrenschmerzen, oft nachts stärker
  • Druckgefühl und dumpfes Hören auf dem betroffenen Ohr
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Bei kleinen Kindern: Weinen, Unruhe, Greifen ans Ohr, schlechter Schlaf, Trinkschwäche
  • Flüssigkeit oder Eiter aus dem Ohr, wenn das Trommelfell eingerissen ist – die Schmerzen lassen dann oft plötzlich nach

Wie wird eine Mittelohrentzündung festgestellt?

Am Anfang stehen Fragen zu Dauer, Fieber, vorangegangenem Infekt und früheren Ohrentzündungen. Danach wird das Trommelfell mit dem Ohrmikroskop beurteilt: Rötung, Vorwölbung oder Flüssigkeit dahinter sprechen für eine Entzündung.

Ergänzend können eine Messung der Trommelfellbeweglichkeit (Tympanometrie) und ein Hörtest sinnvoll sein. Nase und Rachen werden mituntersucht, weil vergrößerte Rachenmandeln (Polypen/Adenoide) bei Kindern häufig an wiederkehrenden Entzündungen beteiligt sind.

Wie wird sie behandelt?

Viele akute Mittelohrentzündungen heilen innerhalb weniger Tage ab. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung und Fiebersenkung sowie abschwellende Maßnahmen für die Nase nach ärztlicher Anweisung.

Ein Antibiotikum ist nicht in jedem Fall nötig. Ob es eingesetzt wird, hängt vom Befund, vom Alter, von der Schwere der Beschwerden und vom Verlauf ab – das wird bei der Untersuchung gemeinsam besprochen. Eine Kontrolle nach einigen Wochen ist sinnvoll, wenn das Hören dumpf bleibt.

Wann ist rasche Hilfe nötig?

Bei Schwellung, Rötung oder abstehendem Ohr durch eine Schwellung hinter dem Ohr, bei Gesichtslähmung, starkem Schwindel, starken Kopfschmerzen, Nackensteife, Benommenheit oder hohem Fieber bei einem Säugling ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich – im Notfall 144 (EU-weit 112).

Wiederkehrende Mittelohrentzündungen und Paukenerguss

Treten Mittelohrentzündungen mehrmals im Jahr auf oder bleibt nach der Entzündung Flüssigkeit hinter dem Trommelfell (Paukenerguss), wird nach begünstigenden Faktoren gesucht, etwa vergrößerten Polypen (Adenoiden), Allergien oder einer gestörten Belüftung der Ohrtrompete. Bei Kindern wird dabei auch auf die Hör- und Sprachentwicklung geachtet; falls ein Eingriff sinnvoll sein könnte, erfolgt eine Zuweisung an eine Klinik.

Termin in der Ordination vereinbaren

Ordination in 1020 Wien, Praterstraße 27. Termine nach Vereinbarung – online oder telefonisch.

Bei akuten Notfällen wählen Sie bitte 144. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Häufige Fragen

Braucht man bei einer Mittelohrentzündung immer ein Antibiotikum?

Nein. Viele Mittelohrentzündungen bessern sich mit Schmerz- und Fiebermitteln innerhalb von zwei bis drei Tagen. Ob ein Antibiotikum angezeigt ist, wird nach Befund, Alter und Verlauf entschieden.

Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?

Die Entzündung im Ohr selbst nicht, der auslösende Schnupfen aber schon. Kinder können in den Kindergarten oder die Schule zurück, wenn sie fieberfrei sind und sich wohlfühlen.

Darf man mit einer Mittelohrentzündung fliegen oder schwimmen?

Während einer akuten Entzündung wird vom Fliegen und Tauchen eher abgeraten, weil der Druckausgleich gestört ist. Bei eingerissenem Trommelfell sollte bis zur Kontrolle kein Wasser ins Ohr gelangen.

Kann eine Mittelohrentzündung online beurteilt werden?

Nein. Für die Diagnose muss das Trommelfell mit dem Ohrmikroskop angesehen werden. Telemedizinische Angebote ersetzen keine persönliche Untersuchung.